Axel Klappoth,
Brigitte Proß-Klappoth:


Verborgene Orte
in Berlin


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Ungenutzte Schienen und Bahnanlagen überziehen sich in wenigen Jahrzehnten mit jungem Grün und bieten, anstatt zu schwarzen Industriebrachen zu verkommen, seltsam reizvolle Landschaftsbilder. Der S-Bahnfahrer kennt das und weiß das auf langen Fahrten zu schätzen.
Mit dem Naturpark Schöneberger Südgelände haben Naturschützer, Wissenschaftler, Stadtplaner und Künstler einen Ausschnitt solch eines S-Bahn-Biotops in den Rang eines philosophischen Gartens erhoben. Das Areal des Rangierbahnhofes hat sich wie anderswo von selbst mit Robinien, Birken und Wiesenblumen geschmückt. Dort wo sich landschaftlicher Neuanfang und industrieller Zerfall begegnen, haben Künstler die Konturen nachgezogen oder mit Skulpturen akzentuiert. Wäldchen und Wiesen, Rott und Rost sind augenfällige und gleichberechtigte Akteure der Verwandlung. Speziell sind die Wege; man könnte sie kunstvoll und pädagogisch nennen. Sie folgen schnurgerade den Schienen oder führen als metallene Stege an der Natur entlang, nicht in sie hinein. Da spürt man den Botaniker und Landschaftsschützer, der sein Biotop erhalten will, der führen und zeigen will und sich den beobachtenden Menschen wünscht. Dennoch wird mancher Besucher in dieser interaktiven Szenerie dem Be-Greifen und gelegentlichen Abweichen vom Wege nur schwer widerstehen können.

 

Adresse: Priesterweg  10829 Berlin
Verbindung: S 2, S 25 Priesterweg
Öffnungszeiten Park: 9-20 Uhr
Öffnungszeiten Café: Sa + So 11-18 Uhr
 
 

Büchertips:

P. Meuser, E.-J. Ouwerkeerk, H. Stimmann:
 
Neue Gartenkunst in Berlin 



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Stand: 28. Mai 2010