Axel Klappoth,
Brigitte Proß-Klappoth:


Verborgene Orte
in Berlin


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Seit Februar 2006 gibt es in Neukölln diesen Ort, den nur „Leute mit zu vielen Ideen und zu wenig Geld“ erfinden konnten: Kaffee, Bier, Pflaumenschnaps und, unübersehbar, die schwarzen Filzvorhänge und die unter der Decke installierten Scheinwerfer. Damit lassen sich je nach Veranstaltungsart der Ort für die Bühne, die Anzahl der Stuhlreihen und der Platz für die Stehplätze festlegen. Die roh gerahmten Schwarzweißfotos mit Szenen aus dem ländlichen Südosteuropa könnten Erinnerungsbilder aus der Heimat oder, wie die Café-Kneipe selbst, Bestandteile des Bühnenbildes sein. Das an zwei Tagen in der Woche als Café betriebene Lokal ist bei Veranstaltungen schnell bis auf den letzten Platz gefüllt. Ob das bisher einzige abendfüllende Theaterstück Zirkus auf dem Programm steht, ein Konzert mit Flamenco und andalusischer Musik stattfindet oder wann das zweite, noch in Arbeit befindliche, Stück Ich sehe und kann nicht sehen Premiere hat, erfährt die Mehrzahl der Besucher aus dem hauseigenen Newsletter, für den sich vermutlich jeder einträgt, der einmal hier war.
Für die Theaterleute war Neukölln der Wunschbezirk. Diese Affinität der Rroma-Bühne mit dem viel gescholtenen, sich kulturell stark im Aufwind begriffenen Bezirk hat Aspekte einer Seelenverwandtschaft. Der etwas sperrige Name, Rroma Aether Klub Theater, spielt auf das Medium Radio an, das als szenische Idee bei Lesungen eingesetzt wird. Das doppelte R entspricht alten und seit ca. zehn Jahren sich verstärkenden Versuchen dem Rromanes, der Sprache der Rroma, eine angemessene Umschrift zu finden. Außerdem vermeidet es, im Scherz oder im Ernst, die Verwechslung der Rroma mit dem Namen der ewigen Stadt.

 

    

 

    

Adresse: Boddinstr. 5, 12053 Berlin
Tel: +49 030 - 92129229
Verbindung: U7, Bus 104 und 167 Rathaus Neukölln
Öffnungszeiten Café: tgl. 18-24 Uhr
E-Mail: info@rromaakt.de
Home Page: www.rromaakt.de
 
 

 

 
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Stand: 19. Januar 2011
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